Doppler Gruppe will ihr Tankstellengeschäft in Österreich breiter aufstellen
Nach eigenen Angaben konnte das österreichische Mineralölunternehmen Doppler Gruppe im vergangenen Jahr eines der besten Betriebsergebnisse in der Firmengeschichte erzielen. Über die Marken Turmöl, BP und Shell wurden auf den Tankstellen im Jahr 2010 402 Mio. Liter abgesetzt, wovon 167 Mio. Liter auf Turmöl entfallen; die restlichen 235 Mio. Liter wurden mit den Marken BP und Shell umgesetzt. Der Gesamtumsatz konnte von 706 Mio. Litern im Jahr 2009 auf 956 Mio. Liter im Jahr 2010 gesteigert werden. In absoluten Zahlen bedeutet das einen Nettoumsatz von 745,7 Mio. Euro (2009: 528,7 Mio. Euro). Dies bedeutet nach Angaben des Unternehmens eine Umsatzsteigerung von 41 % im Vergleich zum Vorjahr. Von den ca. 2.700 österreichischen Tankstellen im Jahr 2010 werden ca. 7,5 % von Doppler geführt (111 BP, 83 Turmöl, 7 Shell). Doppler ist somit der größte unabhängige, private Tankstellenbetreiber in Österreich. Zum Vergleich: OMV hält 337, BP 320 und Shell 266 Tankstellen.
Wie Doppler-Geschäftsführer, Bernd Zierhut, erläutert, will sich das Unternehmen nicht auf den Lorbeeren diese Erfolges ausruhen und forciert für das laufende Jahr seine Anstrengungen, das Tankstellengeschäft auf breitere Schultern zu stellen. Hierbei sind für Zierhut die Erfahrungen wichtig, die die Branche derzeit insbesondere aus der Verknappung der Öllieferungen aus dem arabischen Raum erlebt. Deshalb soll das Treibstoffangebot an den Doppler-Tankstellen weiter diversifiziert werden, und zwar durch den Ausbau des Erdgastankangebotes. Doppler will daher in den Jahren 2011 und 2012 besonders bei Transitstrecken verstärkt in Autogas investieren, da dieser Markt speziell in den ost- und westeuropäischen Ländern hohe Zulassungsraten aufweist. Autogas als Kraftstoffalternative punktet beim Kunden mit niedrigen Preisen und mit niedrigen Abgasemissionen. Im Zuge einer Kooperation mit "Erdgas Oberösterreich" und der "Salzburg AG" betreibt Doppler bereits 12 Erdgastankanlagen an den eigenen Tankstellen. Zwei weitere Tankstellen in Oberösterreich und im Wiener Raum werden unmittelbar durch neue Erdgasabgabestellen erweitert. Außerdem richtet sich das Mineralölunternehmen darauf ein, auch für die neue Elektrofahrzeugtechnologie gerüstet zu sein. Allerdings wird hier der Markt noch beobachtet, insbesondere welche Aufladungstechnik sich durchsetzen wird, die langsame Batterieaufladung oder der Batterieaustausch.
Auch hinsichtlich des neuen Trends auf dem österreichischen Tankstellensektor zu Automaten- bzw. Diskonttankstellen fühlt sich das Unternehmen aus Wels gut aufgestellt. Unter dem Label „Turmöl Quick“ gibt der österreichische Mineralölhändler den Autofahrern die Möglichkeit, an sowohl bemannt als auch unbemannt betriebenen Stationen preisgünstig zu tanken. Geplant sind derzeit weitere fünf diesbezügliche Tankstellen ans Netz zu bringen, darunter die erste in Voitsberg, die am 2. Mai die Pforten öffnet.
Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben in der komfortablen Lage, diese geplanten Investitionen aus dem Cashflow zu finanzieren. Unternehmensphilosophie von Doppler sei es, Gewinne wieder in die Firma zu investieren, denn die höchsten Zinsen erwirtschafte man langfristig im eigenen Unternehmen, meint Bernd Zierhut. Ziel von Doppler ist es, mitteleuropäischer Mineralölkonzern zu werden; in diesem Zusammenhang sucht das Unternehmen bereits Tankstellenstandorte in der Bundesrepublik Deutschland und im benachbarten Tschechien.



