Minimale Kostenersparnis beim Tanken ist oft nach wenigen hundert Metern Fahrt dahin
Mit dem heutigen Tag endet die Begutachtungsfrist zu der vom Wirtschaftsministerium (BMWFJ) initiierten Preistransparenzdatenbank. Geplant ist, dass die Tankstellenbetreiber jede Preisänderung bei Superbenzin und Diesel in eine zentrale Datenbank bei der E-Control einspeisen müssen. Der Konsument soll dann auf seinen jeweiligen Standort bezogen die fünf / sechs günstigsten Tankstellen in diesem Gebiet per Internet mitgeteilt erhalten. Was sich aus Konsumentensicht zunächst nach Ersparnis anhört, könnte bei genauem Hinschauen allerdings zur Kostenfalle werden.
So sieht der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) nur wenig Nutzen für den Autofahrer und verweist darauf, dass die Spritpreise zwischen den Tankstellen in einer Region in der Regel meist nur um wenige Cent/Liter differieren. Rechnet man die Kosten einer längeren Anfahrt zur preisgünstigsten Station gegen die wenigen Cent Ersparnis, die man dort möglicherweise erzielt, so lohnen sich nach Ansicht des Fachverbandes diese Umwege meist nicht für den Autofahrer. Nimmt man zum Beispiel eine durchschnittliche Tankfüllung von 35 Litern, so spart man sich rund 70 Cent. Rechnet man das mit dem amtlichen Kilometergeld von 42 Cent gegen, so ist die scheinbare Ersparnis oft bereits nach wenigen hundert Metern Hin- und Rückfahrt dahin, gibt der FVMI zu bedenken.
Da die Preise tagsüber sich mehrfach ändern können, kann sich der Autofahrer, der sich vor Beginn der Autofahrt in der Spritpreisdatei im Internet informiert hat, nicht darauf verlassen, ob die Preise beim Eintreffen an der Zieltankstelle immer noch die günstigsten sind, oder ob nicht zwischenzeitlich eine andere Station den Sprit bereits weiter gesenkt hat.
Für diese nicht unerheblichen Kosten für die Pflege und Aktualisierung der Spritpreis-Datenbank im Auftrag des Wirtschaftsministeriums bei der E-Control müsse jedoch letzten Endes der Steuerzahler aufkommen. Auch in den Häusern der Mineralölgesellschaften bedeutet die Datenpflege einen erheblichen personellen und organisatorischen Aufwand, der letztlich auf die Spritabgabepreise aufgeschlagen werden muß. Da der Nutzen für den Verbraucher unterm Strich nicht erkennbar sei, fordert der Fachverband der österreichischen Mineralölindustrie, auf die Spritpreisdatenbank zu verzichten.



