Widerstand formiert sich gegen die Umsetzung der Pläne des Wiener Umweltministers
Nachdem bereits in diesem Jahr in Deutschland ein mit 10 % Biokraftstoffanteil versetzter Treibstoff für Ottomotoren – E10 genannt – mit zum Teil erheblichen Geburtswehen flächendeckend eingeführt wurde, müssen sich Österreichs Autofahrer mit Beginn des kommenden Jahres ebenfalls darauf einstellen, an den Tankstellen des Landes E10-Kraftstoff vorzufinden. Dies geht aus einer Ankündigung von Umweltminister Nikolaus Berlakovich gegenüber der Presse hervor.
Kaum war die Nachricht bekannt, formierte sich in Österreich umgehend der Widerstand gegen das Vorhaben der Regierung. Aus den Erfahrungen in Deutschland, wonach sich die Preise für das herkömmliche Super95 um zwei bis drei Cent/l verteuerten, um die Mehrkosten für die Herstellung des E10-Treibstoffes damit auszugleichen, warnt der ARBÖ davor, dass mit Einführung der neuen Sorte auch in Österreichisch mit steigenden Spritpreisen zu rechnen ist. Außerdem sei zu befürchten, dass über die vom Landwirtschaftsminister gewünschte besondere steuerliche Entlastung für E10 um160 Millionen Euro, im Wege indirekter Agrarförderung auch der Personenkreis zur Kasse gebeten wird, der über kein Auto verfügt. In einer gemeinsamen Aktion werden der ARBÖ und die Arbeiterkammer mit dem Slogan "Lebensmittel gehören auf den Teller und nicht in den Tank" vor den Gefahren warnen, die eine verstärkte Nutzung von Anbauflächen für die Gewinnung von Biokraftstoffen sowohl für die Versorgung der Weltbevölkerung als auch für stabile Preise bei Lebensmitteln mit sich bringen.
In Deutschland verläuft die Einführung von E10 noch recht schleppend. Schuld daran ist eine nur langsam anlaufende Überzeugungskampagne von Regierung und Mineralölgesellschaften, die die Akzeptanz des neuen Kraftstoffs beim deutschen Autofahrer steigern helfen soll und Ängste vor Motorschäden abbaut, die viele Verbraucher vom dem Griff zur E10-Zapfpistole abhalten.



