Mittwoch, 7. Dezember 2011

Österreich: OMV-Pläne sehen Rückzug aus dem Tankstellengeschäft in Kroatien und Bosnien-Herzegowina vor

Weitere Tankstellenschließungen in den europäischen OMV-Netzen derzeit nicht vorgesehen



Bereits im Herbst gab der österreichische Ölkonzern OMV seine neue Geschäftsstrategie bekannt, die eine schrittweise Verschiebung des Anteils von Raffinerien und Marketing am Gesamtportfolio in Richtung Exploration und Produktion sowie Gas und Power OMV beinhaltet. Dieser neuen Ausrichtung folgend, gingen Beobachter schon seinerzeit davon aus, dass sich OMV von einer Reihe von Tankstellen trennen wird. Nach eigenen Angaben wird OMV sich im Tankstellen- und Kundengeschäft weiter auf jene Märkte fokussieren, bei denen die Versorgungs-Integration sichergestellt ist. Kroatien und Bosnien-Herzegowina seien nicht optimal an die OMV Lieferkette angeschlossen, was jetzt dazu führe, die Veräußerungsoptionen dieser beiden Tochtergesellschaften zu prüfen, erklärt das Unternehmen der Presse. Erst in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass OMV ihr Tankstellengeschäft in Tschechien neu strukturieren wird, im Zuge dessen auch Tankstellenverkäufe nicht ausgeschlossen werden.

OMV ist seit 1992 in Kroatien im Tankstellen- und Kundengeschäft aktiv. OMV Hrvatska d.o.o beschäftigt an ihrem Unternehmenssitz in Zagreb 70 Mitarbeiter. Mit ihren 63 kroatischen Tankstellen hält OMV derzeit einen Marktanteil von rund 13 Prozent. In Bosnien-Herzegowina ist OMV seit 2001 ebenfalls im Tankstellen- und Kundengeschäft tätig. In der Zentrale der OMV BH d.o.o in Sarajevo arbeiten 23 Mitarbeiter. Die 28 Tankstellen in Bosnien-Herzegowina bedeuten einen Marktanteil von rund 8 Prozent.

In den nächsten Monaten wird OMV Gespräche mit potenziellen Interessenten aufnehmen, mit dem Ziel, dass die Gesellschaften Kroatien und Bosnien-Herzegowina in bisherigem Umfang weiter betreiben werden können. Auch wenn das Unternehmen begonnen hat, die Struktur des gesamten Veräußerungspotenzials im Geschäftsbereich Raffinerien und Marketing festzulegen, welches sich bis zum Jahr 2014 auf bis zu EUR 1 Mrd belaufen soll und die Reduktion von Raffineriekapazitäten und Marketing-Assets vorsieht, seien derzeit keine weiteren Marktaustritte aus Ländern mit OMV Tankstellen geplant, so OMV in einer aktuellen Presseerklärung.